Tschonopler Denkmal (Renate Golla)

Die Bildhauerin Renate Golla hat  das Mahnmal am „Tschonopler Platz“ geschaffen, das am 28. Mai 2005 eingeweiht wurde. Es erinnert an die heimatvertriebenen Donauschwaben aus Tschonopl, von denen sich nach Kriegsende zahlreiche Familien in Ober-Roden ansiedelten; vor allem auch in dem Wohnviertel, in dem das Denkmal heute steht.

Die drei Stelen – zwei weiße Marmorsäulen und dazwischen eine schwarze, gekrümmte Stele – symbolisieren die drei Abschnitte im Leben der in Rödermark ansässigen Donauschwaben aus Tschonopl: den Wegzug aus Deutschland in ein neues Siedlungsgebiet (Ende des 18. Jahrhunderts hatte Kaiserin Maria Theresia das entvölkerte serbisch-ungarische Grenzgebiet, vorzugsweise von Deutschen, neu besiedeln lassen), die Vertreibung von dort und schließlich die Wiederaufnahme in der neuen Heimat Ober-Roden. Realisiert wurden Denkmal und Platzgestaltung durch Spendengelder und Eigeninitiativen. Das Denkmal steht vor dem TG-Sportplatz.

Zur Einweihung trug Pfarrer Elmar Jung ein Gedicht vor, das er aus einem Lagergebet von Tschonoplern in Reimform gebracht hatte. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Tschonopler

Lagergebet 1945/46 der Donauschwaben

Dieses Gebet wurde im Lager Tschonopl von Tschonopler Frauen verfasst. Mündlich überliefert von +Theresia und +Sebastian Roth, Rödermark Ober-Roden. In Verse eingerichtet von Pfarrer Elmar Jung.

Lagergebet 1945/46 der Donauschwaben

Dieses Gebet wurde im Lager Tschonopl von Tschonopler Frauen verfasst. Mündlich überliefert von +Theresia und +Sebastian Roth, Rödermark Ober-Roden. In Verse eingerichtet von Pfarrer Elmar Jung.

Allmächt´ger Vater, hoch dort oben,
wir wollen ewiglich dich loben,
hilf uns heraus aus dieser Not,
lass essen uns das eigene Brot.
Wir arbeiten mit Schweiß und Fleiß,
ob Sommer, Winter, kalt ob heiß.
In Knechtschaft woll´n wir nicht mehr leben,
schenk Vater Freiheit uns und Segen.

Lass uns in unsre Häuser gehen,
dort woll´n wir kochen, waschen, nähen,
lass uns nicht ohne Gut und Geld,
bebauen stets das eigene Feld.
Herr, gib zurück uns Hab und Gut,
zum Leben wieder frischen Mut.
Gott bittend knien wir vor dir nieder,
in unsre Heimat führ uns wieder.

Wir ehren dich bei Tag und Nacht.
Nur du bist groß in deiner Macht.
Nur du kannst unser Leid beenden,
Wir liegen fest in deinen Händen.
So viele litten Hungersnot,
und grausam auch den Lager-Tod.
Dir Vater wir uns übergeben,
Befrei uns Herr, damit wir leben.